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Grußwort von Dr. Claudia Bogedan, Senatorin für Kinder und Bildung


Liebe Lehrerinnen und Lehrer,
sehr geehrte Damen und Herren,

die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen wird von Medien und vor allem durch bewegte Bilder bestimmt: Filme liefern Identifikationsmöglichkeiten, beeinflussen das individuelle Selbstverständnis sowie den Alltag junger Menschen erheblich. Umso wichtiger ist es, Heranwachsende in die Lage zu versetzen, mit den Bilderwelten selbstbestimmt und kritisch umzugehen. Dafür bietet die mittlerweile zum zwölften Mal in Bremen und Bremerhaven stattfindende SchulKinoWoche in all ihrer Vielfalt hervorragende Anknüpfungspunkte:

Vom 27. bis 31. März 2017 haben Sie die Gelegenheit, mit Ihren Klassen ein interessantes unterrichtsbezogenes Filmprogramm im Kino zu sehen. Es werden Spielfilme, Dokumentationen und Animationsfilme für alle Alters- bzw. Klassenstufen angeboten. Darin aufgegriffene Themen regen unter anderem dazu an, sich mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen und Herausforderungen auseinander zu setzen. So ist beispielsweise das Thema des Wissenschaftsjahres 2017 „Meere und Ozeane“ speziell für die Hafenstädte Bremen und Bremerhaven von elementarer Bedeutung. Attraktiv ist auch das Angebot „Deutsch lernen mit Filmen“, das besonders für die Sprachförderung in Vorkursen geeignet ist. Mit Hilfe ausgewählter Filme und Unterrichtsmaterialien können Sprache und Landeskunde auf spielerische Art vermittelt werden.

In den vergangenen Jahren war die SchulKinoWoche im Bundesland Bremen sehr gefragt. Ich hoffe, dass auch 2017 viele Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit nutzen werden, mit ihren Schülerinnen und Schülern die Vorführungen zu besuchen. Im Vorfeld werden erneut Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer angeboten, die Sie mit den Möglichkeiten des Einsatzes von Film im Unterricht vertraut machen. Zusätzlich zum Filmangebot erhalten Sie kostenlos pädagogisches Begleitmaterial mit Anregungen zur Vor- und Nachbereitung der Filme im Unterricht.

Ich empfehle, die Angebote der SchulKinoWoche wahrzunehmen und den „Lernort Kino“ in Ihren Unterricht zu integrieren. Die Kinobesuche im Rahmen der SchulKinoWoche werden als Unterrichtszeit anerkannt.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Claudia Bogedan
Senatorin für Kinder und Bildung

Grußwort von Sarah Duve, Geschäftsführerin der Vision Kino GmbH - Netzwerk für Film- und Medienkompetenz


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Lehrerinnen und Lehrer,

wie oft ist so ein Filmerlebnis im gemütlichen Kinosessel eine mal aufregende und schöne, mal durchaus unbequeme Reise: in eine andere Zeit, in ein anderes Leben, in ein anderes Land. Filme bringen uns die Vergangenheit nah und machen die Zukunft greifbar, sie können uns an die entlegensten Winkel der Welt führen oder uns die Augen für den Zauber des Alltäglichen öffnen, sie spiegeln unsere ureigensten Gefühle in Leinwandgröße oder lassen uns in eine fremde Haut schlüpfen und für kurze Zeit ein anderes Leben führen. Manchmal tun sie all dies gleichzeitig – so etwa die Neuverfilmung von HEIDI: Obwohl es sich hier um die Adaption eines historischen Kinderbuchs handelt, das nicht selten als „Schweizer Nationalgut“ bezeichnet wird, erzählt die Geschichte so universell vom Verlassen der Heimat und dem damit verbundenen Heimweh, dass sie Kinder über zeitliche und kulturelle Grenzen hinweg anrührt.

Auf diese Kraft von Filmen, Grenzen vielerlei Arten zu überwinden, Verständnis zu wecken und über Sprachbarrieren hinweg Brücken zu anderen Menschen und Kulturen zu bauen, setzt eines der neuen Angebote der SchulKinoWochen: Wir freuen uns sehr, dass wir ausgewählte Filme aus dem Programm mit gesonderten Unterrichtsmaterialien für neu zugewanderte Kinder und Jugendliche anbieten können. Davon, wie unterschiedlich ihre Migrationsgeschichten sein können, zeugen eine Reihe von Filmen aus dem regulären Programm: Sie greifen die Themen Flucht, Vertreibung und Asyl auf und richten den Blick dabei auch auf die aufnehmenden Gesellschaften.

An bereits heimische Sprachlernende richtet sich unser neuer Praxisleitfaden „Film im Fremdsprachenunterricht“, der kostenlos auf der Website von VISION KINO bestellt werden kann. Auf 63 Seiten erschließt er das umfassende Potenzial des originalsprachlichen Films für die Vermittlung von Filmbildung, das interkulturelle Lernen, den Spracherwerb und das Hör-/Seh-Verstehen, bietet vielfältige methodische Anregungen sowie Informationen zu interessanten Quellen aus den Bereichen Film und Filmpädagogik für die Sprachen Englisch, Französisch und Spanisch.

Seit über 10 Jahren setzt sich VISION KINO für eine stärkere Wahrnehmung des Kinofilms in Bildungszusammenhängen ein. Unterstützt und gefördert wird VISION KINO durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Filmförderungsanstalt sowie die „Kino macht Schule“ GbR; die Schirmherrschaft hat Bundespräsident Joachim Gauck übernommen. Neben ihnen gilt unser Dank auch den Schul- und Bildungsministerien sowie zahlreichen bundesweiten und lokalen Kooperationspartnern und Unterstützern, die es ermöglichen, dass wir bei den SchulKinoWochen erneut ein umfangreiches Programm anbieten können.

Nach einem fantastischen Teilnahmerekord im letzten Turnus freuen wir uns darauf, auch während der SchulKinoWochen 2016/2017 wieder möglichst viele junge Menschen dabei zu unterstützen, kompetent und kreativ mit Film als Medium umzugehen, Kino als besonderen Ort des Filmkunstgenusses zu erleben – und als Ort, an dem hoffentlich viele Brücken zu anderen Menschen und neue Blickwinkel entstehen.

Ihre

Sarah Duve